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Mit dem Vermögensaufbau beginnen in 7 Schritten: Anlagestrategie finden

Schritt 4: Lege deine Anlagestrategie fest


Titelbild: Mit dem Vermögensaufbau beginnen in 7 Schritten: Anlagestrategie finden

Dieser Artikel ist Teil einer 7-teiligen Serie, die dir eine kompakte Schritt für Schritt Anleitung bieten soll, wie du mit dem Vermögensaufbau startest.


Du lässt die reine Planung nach und nach hinter dir und bist nur noch wenige Schritte von deiner ersten Investition in deine Zukunft entfernt. Du hast dir Ziele gesetzt, bist bereit, mehr zu sparen und gegebenenfalls mehr zu arbeiten, als du es ursprünglich für möglich gehalten hast.


Falls du die ersten drei Teile noch nicht gelesen hast, hole das unbedingt nach. Die Artikel findest du unten verlinkt.


Jetzt geht es ans Eingemachte: Du musst eine Anlagestrategie wählen, die zu deinen finanziellen Zielen, deinem Lebensstil und deinen persönlichen Vorlieben passt.


Dieser Artikel dient dir als Orientierung. Ich stelle dir die gängigsten Anlagestrategien mit Aktien und ETFs kompakt vor.


In wenigen Wochen startet außerdem eine neue Serie, in der ich diese Strategien im Detail vorstelle - inklusive Musterdepots. Das soll dir helfen, deine individuelle Strategie festzulegen.


Was ist eine Anlagestrategie?


Eine Anlagestrategie ist ein langfristiger Plan zur Geldanlage, mit dem konkrete finanzielle Ziele erreicht werden sollen - etwa Altersvorsorge oder passives Einkommen.


Sie legt fest:

  • welche Anlageklassen genutzt werden (Aktien, Anleihen, Immobilien etc.)

  • wie Risiken gesteuert werden

  • und wie in unterschiedlichen Marktphasen gehandelt wird


Dabei gilt es, stets das magische Dreieck der Geldanlage zu beachten: Rendite, Liquidität und Risiko.


Das magische Dreieck der Geldanlage

Keine Anlageklasse kann alle drei Faktoren gleichzeitig maximieren.

  • Aktien & Kryptowährungen: hohe Renditechancen, relativ hohe Liquidität, aber auch hohe Schwankungen

  • Immobilien: relativ stabile Renditen, geringere Schwankungen, sehr geringe Liquidität

  • Tagesgeld: hohe Liquidität, geringes Risiko, langfristig geringe Rendite



Auf diesem Blog fokussieren wir uns bewusst auf Aktien und ETFs. Für Menschen mit geringerem Einkommen sind sie aus meiner Sicht die ideale Anlageklasse: hohe langfristige Renditechancen bei gleichzeitig hoher Flexibilität.


Im Folgenden stelle ich dir die fünf gängigsten Aktien-Anlagestrategien vor.


1. Das passive Weltportfolio


Eine der beliebtesten Strategien unter Privatanlegern ist, aufgrund seiner Einfachheit, das passive Weltportfolio mit einem Buy-and-Hold-Ansatz.


Ziel ist es, über breit diversifizierte ETFs den gesamten globalen Aktienmarkt abzubilden. Kurz gesagt: Sparplan auf maximal 3 ETF´s einrichten - liegen lassen.


Diese Strategie wird deshalb auch als "passives Investieren" bezeichnet. Der Markt wird möglichst prognosefrei abgebildet, um langfristig die durchschnittliche Marktrendite zu erzielen.


„Durchschnittlich“ klingt unspektakulär - bedeutet in der Kapitalanlage aber, besser abzuschneiden als über 50 % aller Marktteilnehmer.


Die zwei großen Vorteile:

  • Kostenminimierung durch wenige Transaktionen

  • Sehr geringer Zeitaufwand


Wie der Wirtschaftsnobelpreisträger William Sharpe 1991 in seinem berühmten Aufsatz "The Artithmetic of Active Management" zeigt, ist es eine mathematische Notwendigkeit, dass der passive Anleger, durch Kostenminimierung und den gleichzeitigen Erhalt der durchschnittlichen Marktrendite, langfristig voraussichtlich eine höhere Gesamtrendite erhalten als die Mehrheit der aktiven Anleger.


2. Die Dividendenstrategie


Bei der Dividendenstrategie steht der Aufbau eines passiven Einkommens im Vordergrund. Dividendeninvestoren investieren gezielt in Unternehmen oder ETFs, die regelmäßig Gewinne ausschütten.


Dabei werden insbesondere drei Faktoren betrachtet:


  • Stabilität und Nachhaltigkeit der Dividenden

  • Höhe der Dividendenrendite

  • Wachstum der Ausschüttungen


Typischerweise investieren Dividendenanleger in Unternehmen mit:


  • langer Dividendenhistorie

  • solider Ertragskraft

  • möglichst stetigem Dividendenwachstum


Vorteil:Du entscheidest selbst, was mit den Dividenden passiert - Reinvestition oder Konsum.


Nachteil:Dividenden unterliegen der Kapitalertragsteuer. Bei ausländischen Unternehmen kommt häufig Quellensteuer hinzu. Das bremst den Zinseszinseffekt.


Auch ich investiere nach einer Dividendenstrategie - allerdings in einer besonderen Form.


3. Die Dividendenwachstumsstrategie


Die Dividendenwachstumsstrategie ist meiner Ansicht nach besonders für jüngere Anleger interessant.


Der Unterschied zur klassischen Dividendenstrategie liegt im Fokus:


  • oft geringere Anfangsdividende

  • dafür überdurchschnittliches Dividendenwachstum


Der Vorteil: Da die Dividendenrendite zunächst niedriger ist, fällt auch weniger Steuer an. Ein größerer Teil der Gewinne bleibt im Unternehmen und wird reinvestiert - der Zinseszinseffekt kann stärker arbeiten.

Diese Strategie verbindet Wachstum, Stabilität und langfristige Planung sehr effizient.


4. Value-Investing


Kennst du Warren Buffett? Er ist wohl der bekannteste Value Investor - und für viele (auch für mich) ein großes Vorbild.


Value-Investoren suchen gezielt nach Unternehmen mit:


  • starken Wettbewerbsvorteilen (Burggraben)

  • soliden Bilanzen

  • einer Bewertung unter dem “inneren Wert”


Zusätzlich wird auf eine Sicherheitsmarge geachtet - einen Puffer, der vor Fehlbewertungen schützt.

Das Mantra eines Value-Investors lautet:

„Kaufe ausgezeichnete Unternehmen zu einem fairen Preis.“


Es geht nicht um kurzfristige Kursbewegungen, sondern um unternehmerische Qualität. Diese Strategie erfordert jedoch enormen Zeitaufwand und die Fähigkeit, Unternehmen buchhalterisch ins Detail bewerten zu können.


5. Growth-Investing


Growth-Investing ist quasi das Gegenstück zum Value-Investing.

Growth-Investoren investieren in:


  • stark wachsende Unternehmen

  • oft junge Geschäftsmodelle

  • hohe Umsatz- und Gewinnwachstumsraten


Diese Unternehmen zahlen in der Regel keine Dividenden und investieren stattdessen die Unternehmensgewinne in das Wachstum des Unternehmens. Das erhöht das Risiko, aber auch das Renditepotenzial. Gleichzeitig kann der Zinseszinseffekt stärker arbeiten, da keine Steuern für dich anfallen - außer du verkaufst die Unternehmen.


Fazit


Es gibt nicht die eine perfekte Anlagestrategie. Die richtige Strategie ist die, die:

  • zu deinen Zielen passt

  • zu deinem Lebensstil passt

  • und die du langfristig durchhalten kannst


In der nächsten Serie gehe ich auf jede dieser Strategien im Detail ein:

  • Für wen sie geeignet ist

  • Vor- und Nachteile

  • Muster-Portfolios


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Welche Strategie spricht dich aktuell am meisten an? Schreib es gern in die Kommentare.


Nächste Woche folgt der nächste Teil der Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Bis bald

Dein Dennis



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