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Mit dem Vermögensaufbau beginnen in 7 Schritten: Sparrate erreichen

Schritt 3: Die festgelegte Sparrate erreichen


Titelbild: Die festgelegte Sparrate erreichen

Dieser Artikel ist Teil einer 7-teiligen Serie, die dir eine kompakte Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet, wie du mit dem Vermögensaufbau startest.


Du hast nun einen klaren Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben. Außerdem hast du dir eine ambitionierte Sparrate festgelegt - idealerweise verbunden mit einem klaren finanziellen Ziel, das dich motiviert. Falls das noch nicht geschehen ist, lies unbedingt den Artikel von letzter Woche. Du findest ihn hier.


Hoffentlich hast du dir eine Sparrate gesetzt, die höher ist als das, was dir aktuell leicht möglich erscheint. Wenn ja, stellt sich jetzt die entscheidende Frage:


Wie komme ich da hin?


In diesem Artikel erfährst du, wie du deine ambitionierte Sparrate tatsächlich erreichst.


Es führen nur zwei Wege nach Rom


Wie ich bereits dargestellt habe, gibt es kurzfristig nur zwei Möglichkeiten, dein Budget zu erhöhen: Sparen oder mehr arbeiten. Dazu möchte ich ganz offen mit dir sprechen. Realtalk.


Im Leben wird einem nichts geschenkt. Den heiligen Gral oder den perfekten Blueprint für den Vermögensaufbau gibt es nicht. Aber eines ist sicher: Harte Arbeit und Disziplin bringen jeden nach vorne.


So verhält es sich auch bei deinem Vermögensaufbau. Natürlich ist es nicht immer angenehm, den ein oder anderen Euro umzudrehen und Ausgaben bewusst zu hinterfragen. Genauso wenig ist es schön, nach einer 40-Stunden-Woche noch einen Samstag für einen Nebenjob zu „opfern“.


Aber: Geld wächst nicht auf Bäumen. Und jedem von uns stehen täglich dieselben 24 Stunden zur Verfügung. Zeit und Geld sind begrenzte Ressourcen - du entscheidest, was du daraus machst.


Ich schreibe diesen Artikel gerade in einem Café. Soeben ist ein junges Pärchen hereingekommen, vorgefahren mit einem BMW X3. Der Mann trägt Nike-Sneaker für rund 200 Euro, die Frau eine Sonnenbrille von Versace. Ich möchte gar nicht wissen, wie teuer das gesamte Outfit war - geschweige denn, wie ihr Bankkonto aussieht. Vermutlich tiefrot.


Das Problem der gesellschaftlichen Mitte ist oft der Wunsch, etwas darzustellen, was man nicht ist. Dafür gibt es mittlerweile sogar einen Begriff: Luxusarmut.


Du hast die Möglichkeit, auch mit geringem Einkommen wohlhabender zu werden als ein Großteil der „Mitte“ der Gesellschaft. Es ist deine Entscheidung: Sparst du? Arbeitest du mehr? Oder - noch besser - beides.


Konsum ist Silber, Sparrate erreichen ist Gold


Lass dir eines sagen: Allein mit deinem ETF-Sparplan hast du bereits mehr erreicht als ein großer Teil der Gesellschaft. Auch wenn du dich vielleicht nicht wohlhabend fühlst - dein Verhalten spricht eine andere Sprache.


Robert Kiyosaki, Autor von „Rich Dad Poor Dad“, unterscheidet zwischen „broke“ und „poor“. „Broke“ beschreibt einen momentanen finanziellen Zustand. „Poor“ beschreibt eine falsche Einstellung zum Geld.


Du bist vielleicht noch „broke“ - aber definitiv nicht „poor“. Das macht dich reicher als mindestens 80 % der deutschen Bevölkerung.


Eine Möglichkeit, deine Sparrate zu erreichen, ist die Reduktion von Konsum. Du hast deine Ausgaben idealerweise bereits über einen längeren Zeitraum getrackt. Jetzt stellt sich die Frage:


In welchem Kostenblock steckt Sparpotenzial?


Zahlst du 800 Euro Miete für eine Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnung, könnte ein Umzug in eine WG oder eine kleinere Wohnung erhebliches Sparpotenzial bieten. Bestellst du zwei Mal pro Woche Essen, kannst du durch häufigeres Kochen leicht 100 Euro im Monat sparen. Holst du dir regelmäßig Kaffee auf dem Weg zur Arbeit oder Uni, bereite ihn zu Hause zu oder greife zur günstigeren Alternative.


Du wirst Sparmaßnahmen finden - und ich werde dir in Zukunft einige Maßnahmen zeigen. Konsumiere bewusst.



Fleißig sein lohnt sich


Der zweite Hebel, den du kurzfristig umlegen kannst, ist dein Einkommen. Suche dir einen Nebenjob, wenn es zeitlich möglich ist. Sei fleißig. Frage nach einer Gehaltserhöhung oder prüfe einen Jobwechsel. Vielleicht lohnt sich sogar eine berufliche Neuorientierung.


Kurzfristig kann das finanziell schmerzhaft sein - langfristig jedoch enorm lohnend. Du weißt, wie der Zinseszinseffekt funktioniert.


Reicht dein Gehalt aktuell gut zum Leben, umso besser. Dann kannst du jede Gehaltserhöhung oder das Einkommen aus einem Minijob (bis zur Minijob-Grenze steuerfrei) vollständig in deinen Vermögensaufbau investieren.


Würde ich aktuell noch in Deutschland leben, würde ich genau das tun. In Spanien lohnt sich ein Minijob dagegen weniger - hier zahlt es sich eher aus, beruflich Vollgas zu geben, um Beförderungen oder Gehaltserhöhungen zu erzielen.


Eine Beispielrechnung


Genug Theorie - schauen wir uns zwei konkrete Beispiele an.


Praxisbeispiele, wie man seine gewünschte Sparrate mit geringem Einkommen erreicht

Beispiel 1: Der Bäcker in München

Ausgangssituation

  • Nettolohn: 1.800 €

  • Warmmiete (1-Zimmer-Wohnung): 1.000 €

  • Lebensmittel: 350 €

  • Versicherungen: 50 €

  • Mobilität: 50 €

  • Freizeit: 200 €

  • Urlaub: 100 €

  • Kleidung: 50 €

  • Sparen: 0 €

Ziel: 400 € monatlich sparen


Lösung

  • Nettolohn: 1.800 €

  • Minijob (4 Std./Woche): ca. 220 €

  • Warmmiete (WG): 750 €

  • Lebensmittel: 350 €

  • Versicherungen: 50 €

  • Mobilität: 50 €

  • Freizeit: 270 €

  • Urlaub: 100 €

  • Kleidung: 50 €

  • Sparen: 400 €


Nur durch vier zusätzliche Arbeitsstunden pro Woche und einen Wohnungswechsel erreicht er seine Sparrate - und hat sogar mehr Geld für Freizeit.


Beispiel 2: Die Jura-Studentin in Regensburg

Ausgangssituation

  • Einkommen (BAföG, Kindergeld, Minijob): 1.100 €

  • Warmmiete (WG-Zimmer): 550 €

  • Lebensmittel: 350 €

  • Versicherungen: 25 €

  • Mobilität: 25 €

  • Freizeit: 75 €

  • Urlaub: 50 €

  • Kleidung: 25 €

  • Sparen: 0 €

Ziel: 50 € monatlich sparen


Da ihr Zeitbudget stark begrenzt ist, müssen Einsparungen her.


Lösung

  • Einkommen: 1.100 €

  • Warmmiete: 550 €

  • Lebensmittel: 325 €

  • Versicherungen: 25 €

  • Mobilität: 25 €

  • Freizeit: 50 €

  • Urlaub: 50 €

  • Kleidung: 25 €

  • Sparen: 50 €


Sie spart durch Vorkochen, günstigere Freizeitangebote (Unigym) und organisiert Abende in der WG statt in Bars.


Was ist dein Weg?


Du hast das Prinzip verstanden: Sei ehrgeizig. Sei kreativ. Sei diszipliniert.

Mehr arbeiten oder bewusst verzichten ist nicht immer angenehm - aber es sind starke Hebel, die langfristig über finanzielle Sorgen oder Sicherheit entscheiden.

Setze deine Sparrate bewusst höher, als es sich zunächst komfortabel anfühlt.


Mich würde interessieren:

Wie viel spart ihr im Monat - oder wie viel wollt ihr sparen?

Schreibt es gern in die Kommentare.


Bis nächste Woche

Dein Dennis


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