Warum Aktien keine Spekulation sind
- Dennis Kasper
- 9. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Woran denkst du zuerst, wenn du das Wort „Aktionär“ hörst?
An einen Nerd, der den ganzen Tag vor dem PC sitzt, Aktienkurse beobachtet und ständig kauft und verkauft?
An jemanden, der sein gesamtes Vermögen an der Börse verzockt hat?
Oder an jemanden, der behauptet, sich dank seiner Aktieninvestments einen Porsche leisten zu können?
Wahrscheinlich an alles drei.
Und genau das finde ich schade.
Denn so sieht die gesellschaftliche Vorstellung von Menschen aus, die Aktien besitzen: Entweder sie werden steinreich - oder sie gehen bankrott. Dazwischen scheint es nichts zu geben.
Aktien werden deshalb häufig pauschal als Spekulation oder „Zockerei“ abgestempelt. Ja, es gibt sie: die Spekulanten.
Aber die meisten Menschen an der Börse sind keine Zocker, sondern Investoren. Und zwischen diesen beiden Gruppen gibt es einen entscheidenden Unterschied.
Was sind Aktien eigentlich?
Eine Aktie ist ein verbriefter Anteil an einem Unternehmen. Als Aktionär bist du Miteigentümer und partizipiert an der wirtschaftlichen Entwicklung sowie an den Gewinnen des Unternehmens.
Bist du beispielsweise Aktionär von McDonald’s, kannst du dich über volle Filialen freuen. Denn du bist an diesem Unternehmen beteiligt und jeder verkaufte Burger trägt langfristig zu deinem Ertrag bei.
Das ist vielen nicht bewusst: Wer Aktien besitzt, investiert nicht in abstrakte Zahlen auf einem Bildschirm, sondern in reale Unternehmen der Wirtschaft, die Produkte verkaufen, Dienstleistungen erbringen und Umsätze generieren.
Wenn ich im Fernsehen oder auf YouTube höre:
„Welche Aktien werden sich gut entwickeln?“
bekomme ich ehrlich gesagt innerlich die Krise.
Denn Aktien entwickeln sich nicht. Unternehmen entwickeln sich.
Der Unternehmenswert ergibt sich aus der Anzahl der ausgegebenen Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs. Steigern Unternehmen langfristig ihre Umsätze und Gewinne, steigt in der Regel auch ihr Aktienkurs. Zusätzlich schütten viele Unternehmen einen Teil ihrer Gewinne in Form von Dividenden an ihre Aktionäre aus.
Der Unterschied zwischen Investition und Spekulation mit Aktien

Ich halte diesen Abschnitt bewusst kurz und orientiere mich an der Definition des Begründers des Value-Investings, Benjamin Graham (s. Bild), dem Lehrmeister von Warren Buffett.
Graham schrieb 1934 in seinem Buch Security Analysis:
„Eine Kapitalanlage liegt dann vor, wenn sie nach gründlicher Analyse die Sicherheit des eingesetzten Kapitals und einen angemessenen Ertrag verspricht. Anlagen, die diese Kriterien nicht erfüllen, sind spekulativ.“
Ein Investor analysiert also Unternehmen, ihr Geschäftsmodell und ihre langfristige Entwicklung. Er investiert Kapital mit dem Ziel, einen Ertrag bei möglichst hoher Sicherheit des eingesetzten Kapitals zu erzielen.
Ein Spekulant hingegen orientiert sich nicht am wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, sondern ausschließlich an kurzfristigen Kursbewegungen, die sich täglich - manchmal minütlich - ändern.
In anderen Worten: Ein Investor fragt sich: Verdient dieses Unternehmen auch in 10-20 Jahren noch Geld? Ein Spekulant fragt sich: Steigt der Kurs morgen?
Der Anlagehorizont ist entscheidend
Ein Unterschied ist dabei besonders wichtig: der Anlagehorizont.
Kurzfristig kann sich die Börse tatsächlich wie ein Casino anfühlen. Kaufst du heute deine erste Aktie, kann ihr Kurs morgen steigen - oder fallen. Kurzfristige Schwankungen sind normal und nicht vorhersehbar.
Langfristig hingegen ist die Börse einer der besten Orte, um Geld für sich arbeiten zu lassen.
Wenn du qualitativ hochwertige Unternehmen kaufst, ihr Geschäftsmodell verstehst und langfristig investiert bleibst, profitierst du vom Wachstum dieser Unternehmen. Rücksetzer nutzt du zum Nachkaufen, anstatt in Panik zu verkaufen. Mit zunehmender Anlagedauer sinkt das Risiko eines dauerhaften Verlustes deutlich.
Keine Lust, einzelne Unternehmen zu analysieren?
Kein Problem.
Heute gibt es ETFs, die ganze Märkte oder den weltweiten Aktienmarkt abbilden. Du investierst automatisch in hunderte oder tausende Unternehmen gleichzeitig. Monatlich besparen, langfristig dranbleiben - und bei größeren Markt Rückgängen ggf. zusätzlich investieren.
So wirst du zum Investor. Nicht zum Spekulanten.
Wie du startest
Du möchtest wissen, wie du dir Schritt für Schritt ein solides ETF-Portfolio aufbaust und deine erste Investition tätigst?
Ab kommender Woche veröffentliche ich eine kompakte Schritt-für-Schritt-Anleitung für deinen Einstieg in den Vermögensaufbau mit Aktien.
Abonniere den Newsletter, damit du sie nicht verpasst.




Kommentare